Volleyball

Geschichte

 William G. Morgan, der Erfinder des Volleyballs

Entstehung der Sportart

Im Februar 1895 entwickelte William G. Morgan, ein Sportdirektor des YMCA in Holyoke, ein Spiel namens „Mintonette“ als Zeitvertreib für ältere Vereinsmitglieder. Es galt als sanfte Alternative zum Basketball, das im 16 Kilometer entfernten Springfield vier Jahre zuvor entstanden war. Die Hallensportart enthielt charakteristische Elemente aus Tennis und American Handball. Morgan verfasste auch die ersten Regeln. Diese sahen ein 25 ft × 50 ft (7,62 m × 15,24 m) großes Feld und ein 6 ft, 6 Zoll (1,98 m) hohes Netz vor. Die Zahl der Spieler war ebenso unbegrenzt wie die Zahl der erlaubten Ballkontakte. Bei einem Fehlaufschlag gab es wie beim Tennis einen zweiten Versuch.  Anlässlich einer Konferenz aller Sportdirektoren des YMCA in Springfield zu Beginn des Jahres 1896 wurde das Spiel vorgestellt und fand die Zustimmung der Kollegen. Da das Spielgerät direkt, also volley gespielt wird, schlug Professor Alfred T. Halstead den Namen „Volley Ball“ vor. Der Vorschlag wurde angenommen und so heißt das Spiel bis heute, wobei der Name seit 1952 in einem Wort geschrieben wird. Bei den Regeln gab es später einige Änderungen.

 Spielszene der Volleyball-Weltmeisterschaft 1952

Verbreitung in Europa

In den folgenden Jahren verbreitete sich die Sportart in die ganze Welt. Zunächst kam sie im Jahr 1900 nach Kanada und anschließend nach Asien. Amerikanische Soldaten führten sie während des Ersten Weltkriegs in Osteuropa ein, wo sie sich zu einem sehr populären Sport entwickelte.  Bis zum Zusammenbruch des Ostblocks dominierten Mannschaften aus Ländern wie der Sowjetunion und Tschechoslowakei die Sportart in Europa. In den 1910er Jahren wurde in den USA erstmals die heutzutage gültige Anzahl von sechs Spielern pro Mannschaft und drei Ballkontakten nacheinander eingeführt. Bei den Olympischen Spielen 1924 wurde Volleyball als Demonstrationssportart vorgestellt. Bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts verbreitete sich die Sportart über den gesamten Kontinent. Die Gründung der FIVB 1947 und die wenig später erstmals stattfindenden Volleyball-Weltmeisterschaften waren weitere wichtige Schritte zur Etablierung. Viele Techniken und Taktiken, die den modernen Volleyball prägen, wurden von europäischen Mannschaften eingeführt. Beispiele hierfür sind der Block und das Baggern, die die Tschechoslowakei 1938 beziehungsweise 1958 ins Spiel brachte;  der Hinterfeld-Angriff, den Polen erstmals 1974 zeigte; und das 5-1-System, mit dem die Sowjetunion spielte.

Organisation und Wettbewerbe

 Mitglieder des Weltverbands FIVB

Der internationale Verband, die Fédération Internationale de Volleyball (FIVB), wurde 1947 in Paris gegründet. Die FIVB, deren Hauptsitz sich mittlerweile in Lausanne befindet, legt die international gültigen Regeln der Sportart fest. Zwei Jahre nach der Gründung des obersten Volleyballverbands fand in Prag die erste Weltmeisterschaft der Männer statt. 1952 folgte das erste WM-Turnier der Frauen. Die Weltmeisterschaften wurden zunächst von der Sowjetunion und anderen Ostblock-Staaten dominiert. Erfolgreichste Mannschaften der WM-Geschichte sind Russland, Brasilien und Italien bei den Männern sowie Russland, Japan und Kuba bei den Frauen. Seit 1964 in Tokio gehört Volleyball zum offiziellen Programm der Olympischen Spiele. Bei den Turnieren dominierten zunächst ebenfalls die Teilnehmer aus Osteuropa und Japan. Aktuelle Olympiasieger sind die russischen Männer und die brasilianischen Frauen. Die FIVB organisiert außerdem die Wettbewerbe im World Cup, in der Weltliga und im World Grand Prix.

Der FIVB sind fünf Kontintentalverbände untergeordnet. Dies sind die Confédération Africaine de Volleyball (CAVB) für Afrika, die Asian Volleyball Confederation (AVC) für Asien und Ozeanien, die Confédération Européenne de Volleyball (CEV) für Europa, die North, Central America and Caribbean Volleyball Confederation (NORCECA) für Nord- und Mittelamerika sowie die Karibik und die Confederación Sudamericana de Voleibol (CSV) für Südamerika.

 Deutschland – Türkei bei der EM 2013 der Frauen

Die CEV wurde 1963 gegründet. Sie hat ihren Hauptsitz in Luxemburg. Volleyball-Europameisterschaften gab es schon lange vor Gründung der CEV; die ersten Turniere fanden 1948 bei den Männern und ein Jahr später bei den Frauen statt.[4] Die Sowjetunion gewann bis zu ihrer Auflösung 1991 insgesamt 25 der 34 EM-Turniere. Nach zwei EM-Titeln für die DDR-Frauen gab es bei den letzten beiden EM-Turnieren jeweils Silber für die deutschen Frauen. Neben der Europameisterschaft veranstaltet die CEV Qualifikationsturniere für Wettbewerbe der FIVB. Auf Vereinsebene organisiert die CEV die Europapokal-Wettbewerbe. Der höchste Europapokal ist die Champions League. Danach folgen der CEV-Pokal und der Challenge Cup.

Der CEV gehören 55 nationale Verbände an. Dazu gehören der Deutsche Volleyball-Verband (DVV, gegründet 1955), der Österreichische Volleyballverband (ÖVV, gegründet 1953) und der Schweizer Verband Swiss Volley (SVBV, gegründet 1958). Der DVV organisiert den deutschen Volleyball auf nationaler Ebene. Die wichtigsten Wettbewerbe sind die deutsche Volleyball-Bundesliga, die von der zum DVV gehörenden VBL veranstaltet wird und seit 1974 die deutschen Meister ermittelt, sowie der DVV-Pokal. Außerdem betreut der DVV die deutschen Nationalmannschaften.

Quelle Wikipedia